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Laurie L. Tagebucheintrag
Anmerkung: Der Tagebucheintrag ist frei erfunden und befindet sich im Booklet von Kerplunk. Dies hier ist eine Übersetzung.
Achtung, Alptraum-Gefahr!
Mein Abenteuer mit Green Day
von Laurie L.
Liebes Tagebuch!
Ich kann es immer noch nicht glauben! Ich, Laurie L., das reizloseste, das langweiligste Mädchen der "Pinole Valley High School", das Mädchen, über das sich die ganzen Jungs lustig machen, wenn es vorbeiläuft, das Mädchen, dessen Mutter es nicht einmal auf ein "New Kids On The Block" - Konzert gehen lassen würde, weil "sich oft gefährliche Elemente auf solchen Rock - Konzerten rumtreiben, Liebling", ich würde auf einer 4 – tägigen Tour gehen, mit meinen totalen Schwärmen, Green Day!
Wie hätte ich auch ahnen sollen, als ich diesen "gewinne ein Dream Date mit Green Day" - Wettbewerb aus "Tiger Beat Magazine" einschickte (mein Bruder nennt es "puberty Beat", aber er ist wahrscheinlich sowieso ein Homo), dass ich von all den Millionen Green Day – Fans in Amerika ausgesucht werden würde?
Der Tag, an dem der Brief kam, war der glücklichste in meinem Leben. Aber bevor ich zu aufgeregt wurde, realisierte ich ein groooßes Problem: Meine Eltern!!
Ich wusste, sie würden mich nie mit einer Rockband gehen lassen, selbst nicht für eine Nacht – geschweige denn für 4 Tage!!!
Also entschied ich, mich nicht mit dieser Scheiße abzufinden.
Ich war mir nicht sicher, was ich tun sollte, also ging ich am nächsten Tag in der Schule zu allen möglichen seltsamen Typen und fragte sie, was SIE tun würden. Ich meine, man stelle sich die Leute vor, die blaue Mohawks [die Punkfrisur schlechthin ] tragen, die nur zur Schule kommen, wenn sie sich danach fühlen und die diese ekelhaften Zeitschriften mit Nacktbildern drin lesen – sie müssten doch einen Weg gefunden haben, ihre Eltern im Griff zu haben!
Also suchte ich bei diesem Typen namens Eggplant Rat (Mann, er tut mir Leid, seine Eltern müssen ihn gehasst haben, dass sie ihm einen solchen Namen verpasst haben ). Er schaute mich an und meinte: "Du willst wirklich mit Green Day auf Tour gehen?"
"Oh ja, ich würde STERBEN, um mit ihnen auf Tour gehen zu können!"
Er schaute mich etwas belustigt an und sagte dann: "Yeah, aber würdest du TÖTEN?"
Ich dachte, er macht Witze, aber ich war mir nicht sicher. Dann sah ich ihm in seine kleinen Kulleraugen, die tief in meine Seele stachen, und ich WUSSTE, dass er es nicht tat.
Ich dachte, hmm, was zur Hölle, die Chance kriegst du nur einmal, du könntest es genauso gut tun, bla, bla, bla...
Also sagte ich etwas heiser, "Ja, ich glaube, ich würde..."
Und er sagte, "Dann solltest du mit Claude reden!"
Oh mein Gott!!! Natürlich hatte ich schon von Claude gehört. Er ist so böse, er ist praktisch...SATANISCH!!! Er flog in der achten Klasse von der Schule und alles was er tut, ist Drogen zu nehmen, seltsame Bücher zu lesen oder kleine Mädchen zu belästigen. Ich hatte sogar immer schon Angst, ihn auch nur anzuschauen!
Aber ich war schon zu weit, um jetzt klein beizugeben. Anstatt nachhause zu gehen, ging ich nach der Schule zur "Telegraph Avenue" in Berkeley, wo der ganze Abschaum abhängt, und tatsächlich, da war Claude. Er sah total abartig aus und rauchte eine Zigarette und diese ganzen Mädchen standen um ihn herum, als wollten sie, dass er all diese schlimme Dinge mit ihnen macht.
Aber sie machten mir Platz, als sie mich kommen sahen, und Claude war nicht gemein oder schmutzig oder so. Er war eigentlich sogar ziemlich nett.
Er sagte: "Mein Freund Eggplant hat mir erzählt, du hättest ein Problem."
Ich sagte, "Eigentlich zwei Probleme. Zwei wirklich große."
"Eltern, hm? Das hier wird sich schon um alles kümmern!"
Er gab mir eine braune Flasche gefüllt mit Pillen.
"Wie viele soll ich nehmen?", fragte ich ihn.
Er lachte, so ein "heh-heh" - Lachen. "Nein, nicht du, sondern, SIE nehmen sie. Deine Eltern!"
"Oh nein," sagte ich, "meine Eltern würden keine Medikamente nehmen. Sie sind Anhänger der christlichen Wissenschaft.[Mitglieder einer religiösen(?) Weltanschauung, die es u. a, ablehnen. Medikamente einzunehmen]."
"Du siehst aus wie ein cleveres kleines Mädel. Ich wette, du kannst dir etwas ausdenken!"
Und er hatte Recht, ich TAT es!
An diesem Abend bot ich meiner Mutter an, ihr mit dem Abendessen zu helfen. Dann, als sie gerade nicht hinschaute, mischte ich alle von Claudes Kapseln unter den Kartoffelbrei.
Dann sagte ich, mir sei nicht nach Essen und ging hoch, um meine Green Day–Platten 5 oder 6 mal anzuhören.
Nach einer Weile streckte ich meinen Kopf aus der Tür.
"Bäh", hörte ich meinen Vater sagen, "das sind die schlechtesten Kartoffeln, die ich je in meinem Leben gegessen habe!"
"Dann koche dir dein eigenes scheiß Essen, du fauler Drecksack! Ich bin nicht deine Sklavin!"
Ich war überrascht, meine Mutter flucht sonst nie!
Mein Dad sagte: "Ich werde die nicht essen, sie schmecken wie Scheiße!"
Aber meine Mutter brüllte ihn an: "Du isst diese Kartoffeln, oder ich werde sie dir über den Kopf schütten und dir das Geschirr in den Arsch schieben!"
"Sch...", sagte er, "Laurie wird dich hören!"
"Sie schläft, die dumme kleine Schlampe! Ich schwöre, ich weiß nicht, wie meine Tochter solch ein Idiot sein kann. Ich wette, die Babys wurden im Krankenhaus vertauscht!"
"Nein, sie ist nur ein bisschen langsam!"
"Ja, und ich frage mich, von wem sie das hat! Wirst du diese Kartoffeln nun essen?"
Dad macht immer, was Mom ihm sagt. Ich hörte ihn sogar die Schüssel auskratzen.
Nach einer Weile hörte ich ein Scheppern und ein Krachen und der ganze Esstisch fiel schließlich um. Ich ging hinunter und sie waren beide auf den Boden gesackt, wie völlig tot. Es war ganz schön unheimlich!
Mir wurde klar, dass ich besser etwas unternehmen sollte, bevor mein Bruder nach Hause kam, weil ich nicht genug Pillen hatte, um ihn auch loszuwerden. Glücklicherweise haben wir einen brandneuen Müllschlucker, also nahm ich ein Metzgermesser, schnitt Mom und Dad in Stücke und warf sie in den Schlucker.
Es dauerte lange und war ein schmutziges Durcheinander, aber ich sang dabei alle meine Lieblingssongs von Green Day und es machte die Arbeit leichter.
Das einzige Problem war, dass die Knochen nicht den Müllschlucker hinuntergehen wollten, und ich wurde jetzt auch langsam nervös, weil mein Bruder jede Minute nach Hause kommen konnte.
Dann hatte ich eine Idee. Ich sammelte alle Knochen auf, trug sie hinaus in den Hinterhof und warf sie über den Zaun zum Pitbull unserer Nachbarn.
Er war so glücklich, dass er mich nicht einmal anbellte.
Dann kam mein Bruder. "Wo sind Mom und Dad?", fragte er.
"Oh, sie gingen weg. Nach...äh...Utah!"
"Utah! Was zur Hölle wollen sie denn da?"
"Oh, ich glaube, sie wollen Mormonen werden oder so ."
Er schaute mich etwas seltsam an und ging dann nach oben, um seine Pornofotos anzuschauen. Ich ging in mein Zimmer und fing an, meine Taschen zu packen.
Am nächsten Morgen war ich am Flughafen. Mein eigener Privatjet wartete dort auf mich, und wisst ihr was, er war grün angestrichen, und an der Seite stand: "Willkommen an Bord, Laurie L., zur Green Day Tour `90."
Also ging ich in das Flugzeug und ich war der einzige Passagier! Und all die Stewardessen warteten nur auf mich! Und wir hörten Green Day den ganzen Weg nach Arizona, von wo die Tour losging.
Als ich ankam, gab es eine Limo, eine GRÜNE Limo, klar, die auf mich wartete, und dieser Typ öffnete mir die Tür, und als ich in den Rücksitz kam SAßEN SIE DA! Alle drei, Billie Joe, Mike und Tre!!! Ich war so aufgeregt, dass ich nicht mal wusste, wohin ich mich setzen sollte, ich meine, neben wen ich mich setzen sollte!
So setzte ich mich zwischen Billie Joe und Tre. Und sie fingen beide an, sich mit mir zu unterhalten, und ich wusste nicht, wen ich besser leiden konnte, weil sie beide so nett waren, aber dann entschied ich, dass ich Billie Joe lieber leiden mochte, weil Tre ewig diese Rapsongs vor sich hin sang, wo so viele Schimpfwörter drin vorkamen. Wirklich, ich war überrascht, dass sie ihn in der Band sein ließen, weil ich dachte, dass Green Day nie schlimme Wörter sagten. Gut, mit Ausnahme von diesem einen Lied, "Knowledge", aber das war nur, weil es von dieser anderen Band, Operation Ivy, geschrieben wurde, von denen ich gehört habe, dass sie ein Haufen Punkrocker waren.
Dann fuhren wir zu dieser einen Show an einem Ort, der hieß "Hippycore" und dort standen alle diese Leute mit langen Haaren herum und aßen Gemüse und anderes Zeug. Es war etwas eklig. Aber das schlimmste war, als ich herausfand, dass auch noch ANDERE Bands spielen würden.
Ich wurde wirklich wütend und sagte, "Warum können Green Day nicht drei Stunden spielen? Warum müsset ihr diese anderen dummen Bands sehen?" Man sagte mir, ich solle ruhig sein, die anderen Bands wären auch gut. Aber das waren sie nicht. Ich meine, sie waren eben nicht Green Day. Sie hatten keine Lieder, zu denen ich singen konnte. Also brüllte ich weiter: "BOOOOOO! Ihr seid schrecklich! Wir wollen Green Day!" bis irgendein Punkermädchen mir sagte, ich solle den Mund halten oder sie würde mein Gesicht mit ihrem Flaschenöffner kräftig umändern...
Ich fragte mich, ob sie versuchte, freundlich zu sein, dann entschied ich, dass sie das wohl eher nicht tat, und ich ging nach draußen, um dort auf meine Idole zu warten. Aber als sie schließlich doch spielten, war es das alles wert gewesen. Billie sang jedes meiner Lieblingslieder, und dann, genau in der Mitte von "Disappearing Boy" stoppte er und sagte: "Ich würde diesen Song gerne unserer besonderen Freundin Laurie L. widmen, die von Pinole runter gekommen ist, um heute hier mit uns sein zu können. Sie ist so schön und nett, Mann, wenn sie meine Freundin wäre, würde ich nie mehr verschwinden wollen!"
Das war, als ich in Ohnmacht fiel.
Als ich aufwachte, war die Show vorüber und sie packten ihre Ausrüstung zusammen.
Ich sagte, "Billie Joe, meintest du wirklich, was du auf der Bühne gesagt hast? " Und er schaute mich ganz ernst an und sagte: "Das weißt du doch genau, Schätzchen, aber unsere Liebe wird niemals sein können, weil ich schon zu einer anderen gehöre. Außerdem bist du zu jung und unerfahren für das Leben einer Rock´n´Roll-Frau. Nimm meinen Rat an, geh zurück nach Pinole und schließe die High School ab, und eines Tages wirst du einen anderen Mann sehr glücklich machen."
"Aber Billie, ich würde alles tun, um mit dir zusammen zu sein! Ich habe es schon getan! Ich habe meine Eltern getötet, um mit dir heute hier sein zu können!!!"
Aber er lachte nur und sagte: "Wirklich? Deine Eltern getötet, hm? Das ist wirklich cool!"
Dann stiegen wir alle in den Green Day-Tourbus, um nach Los Angeles zu fahren. Ich war sehr aufgeregt, weil ich noch nie vorher in Hollywood gewesen war. Ich hatte eine Karte der Häuser der Schauspieler und allem. Wir sahen aber keine Filmstars, nur einen Haufen Jungen mit hohen Frisuren und Frauen, von denen Tre sagte, sie wären Prostituierte. Ich weiß nie, ob ich ihm glauben soll oder nicht, wisst ihr, er ist ein bisschen seltsam. Ich fing an zu denken, dass er mein am wenigsten bevorzugtes Mitglied von Green Day ist, weil er ewig diesen schrecklichen Ice Cube-Song weitersang, der so geht: "Bitch-killa, bitch-killa.". Außerdem, als ich ihn nach seinem Autogramm fragte, sagte er, da müsse ich mit seinem Agenten sprechen, und als ich fragte, wer denn sein Agent sei, fing er an, den Reißverschluss seiner Hose zu öffnen.
Ich schrie, und Billie und Mike sagten ihm, er solle sich gefälligst benehmen, und er hielt sich tatsächlich daran, obgleich ich sagte, dass sie ihn meiner Meinung nach bis zur nächsten Show irgendwie fesseln sollten oder so, aber Mike sagte, viele Drummer seien so, ihr Verstand werde einfach von dem ganzen Gehämmer durcheinander gerüttelt
Dann wisst ihr was, ich sah Billie und Mike aus BIERFLASCHEN trinken!! Ich war schockiert, weil sie nicht einmal 21 sind, eigentlich sind sie erst 18, also fragte ich sie, was das jetzt wieder sollte, aber Billie nahm mich beiseite und flüsterte: "Hör zu, sag es nicht weiter, aber es ist nicht wirklich Bier in diesen Flaschen!"
"Nicht?", fragte ich.
"Nein, in Wirklichkeit ist es Milch. Jeder bei Green Day mag Milch am liebsten, aber die Sache ist die, wir trinken sie aus Bierflaschen, denn wenn wir das nicht tun, würden sich die Leute über uns lustig machen und sagen, wir sind Memmen."
Ich verstand, und mir taten die Jungs so leid. Gruppenzwang ist echt furchtbar.
Bei der Show in Hollywood sollte ich sogar backstage gehen dürfen, aber als die Jungs gerade bereit zum Spielen waren, klopfte jemand an die Tür der Garderobe.
"Es muss unser Essen vom Deli [Bezeichnung für indische Take-away Restaurants] sein", sagten alle, aber das war es nicht, es war die POLIZEI! Oh mein Gott!! Ich sprang vor die Beamten und sagte: "Warten Sie! Verhaften sie Green Day nicht, es ist kein Bier in den Flaschen, es ist wirklich nur Milch!"
Er schaute mich an und sagte: "Ach ja? Und dein Name ist nicht zufällig Laurie L., oder, junge Dame?"
Und ich sagte: "Das ist mein Name, machen Sie sich nicht drüber lustig!"
"Dann müssen wir dich bitten, mit uns mitzukommen!"
"Was meinen Sie", schrie ich, "sind Sie verrückt? Green Day werden jede Minute anfangen zu spielen!"
Aber er sagte: "Tut mir leid, das lässt sich nicht ändern", und sie nahmen mich mit nach hinten ins Polizeiauto und legten mir Handschellen um und alles, und dann dachte ich, oh Gott, ich frage mich, ob das irgendetwas mit meinen Eltern zu tun hatte?
Sicher, das hatte es. Dieser bescheuerte Pit Bull hatte das Schlüsselbein meines Vaters ins Haus geschleppt und sein Besitzer fand es und rief die Polizei.
So habe ich vom Rest der Tour nichts mehr mitbekommen, und ich musste vor Gericht, und nun bin ich im Gefängnis, und ich werde wohl nicht vor dem Jahr 2019 herauskommen.
Naja. Alle sind nett hier und sie lassen mich meine Green Day-Tapes anhören. Aber sie fragen mich alle, war es das wert? Deine Eltern zu töten, nur um mit Green Day auf Tour zu gehen?
Und ich lächle nur, ein tiefes, wissendes Lächeln, weil ich Dinge gesehen und getan habe, die sie nie erfahren werden, selbst nicht, wenn sie 100 Jahre alt werden, und ich sage: "Natürlich war es das. Schließlich hat jeder zwei Eltern, aber GREEN DAY gibt es nur einmal."
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Übersetzt von "Wally", überarbeitet von "Tine".

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